Was sagt der Energieberater zum Haus?

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Zwischenbericht vom privaten Umweltkonzept.

Neulich war er da, der freundliche fachkundige Ingenieur. Zunächst habe ich ihm die Verbrauchswerte für Heizung (26.000 kWh Gas) und Strom (3400 kWh) genannt.

Gelernt habe ich zum Beispiel, dass der einfachste und objektivste Parameter des Energiebedarfes eines Gebäudes die Heizkostenabrechnung ist. 26.000 kWh sind das hier pro Jahr, das ist unbestritten viel. Ich habe seitdem selbst gemessen, dass die Warmwasserversorgung für zwei Personen fast 1 cbm Erdgas sprich ca. 10 kWh pro Tag benötigt. Das wären im Jahr knapp 4000 kWh. 22.000 kWh als Energiebedarf ist bei der beheizbaren Wohnfläche bis maximal 200 qm gerade noch akzeptabel, sozusagen im gelben Bereich. Auch ist die Brennwertheizung nicht hydraulisch abgeglichen und 18 Jahre alt. Möglicherweise besteht hier noch Gestaltungsspielraum, zum Beispiel eine Änderung der Regelkurve.

Photovoltaik

Anschließend erfolgte die Begehung im Hinblick auf die Photovoltaik-Anlage. Der Anblick des L-förmigen Daches entlockte ihm fast Begeisterung. Ein Anteil schaut nach Süden leicht in Richtung Osten, der andere im rechten Winkel dazu Richtung Südwest. Als sein Fazit kann man festhalten, dass die Anlage möglichst groß und unbedingt auch einen größeren Stromspeicher besitzen solle.

Nach meiner gegenwärtigen Kenntnis wird fast jede PV-Anlage eines Privathauses durch den Einsatz eines Stromspeichers unwirtschaftlich. Und dies selbst bei wie ich meine unrealistisch niedrigen fiktiven Installationskosten. Der Speicher dürfte auch die Abschreibungszeit von 20 Jahren nicht durchhalten.

Bisher liegt mir nur ein Angebot eines Installateurs vor, zwei haben abgesagt, drei weitere sich nicht mal gemeldet. Das macht mich schon nachdenklich. Die Handwerker scheinen gut zu tun zu haben. Mit dem vorhandenen Angebot werde ich die Wirtschaftlichkeit mal durchrechnen. Bei Finanztip.de gibt es Rechenbeispiele.

Wärmepumpe

Im Hinblick auf die Heizungsanlage riet er mir unbedingt zu einer Wärmepumpen-Anlage. Nach meinem Hinweis auf die beengten räumlichen Verhältnisse (Bauträgerhaus) und die Beschaffenheit des Grundstückes (Hanglage, bergischer Fels) stimmte er für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Diese solle als Zusatz zur Brennwertheizung installiert werden, also als Hybrid-Heizung. Bei niedriger Außentemperatur im Winter käme die Gas-Brennwerttherme zum Einsatz, sonst die Wärmepumpe. Damit sei eine Einsparung der Heizkosten von 30 % möglich. Na gut, mit den Förderungen… Ach so, Photothermie wird bei meinem Haus von ihm nicht als Option angesehen.

Aber ob so eine Anlage im Gebäude machbar und von der Geräuschentwicklung her akzeptabel ist, das bleibt offen. Ich lese gerade einen Artikel zu Invertertechnologie im Bereich der Wärmepumpen. Gemeint sind drehzahlgeregelte „Inverter“. Die Drehzahl hat hier etwas mit dem Leistungserfordernis zu tun. Es müsste eine Anlage sein, die nicht im On-Off-Betrieb arbeitet, sondern geregelt.

Möglicherweise kann bei einer solchen Anlage auch auf den überdimensionierten Zwischenspeicher verzichtet werden. Auch die theoretisch günstige Kombination mit einer PV-Anlage setzt eine geregelte Wärmepumpe voraus. Es bleibt spannend.

Heute rief endlich die Produktberaterin „Alternative Heizformen“ der Fa. Vaillant an. Das Großunternehmen arbeitet mit lokalen Handwerkern zusammen. Bis in etwa 10 Tagen könnte sich einer gemeldet haben. Dieser würde die Verhältnisse checken im Hinblick auf die Möglichkeiten.

Gebäudesanierung: Allenfalls Fensterverglasung optimieren

Wichtig scheint mir, dass der Energieberater der Verbaucherzentrale im Hinblick auf die Gebäudesanierung selbst (Baujahr 1993) keine Empfehlungen gegeben hat. Selbst den Ausstausch der ISO-Verglasung mit einem U-Uert um 3 W/qm gegen eine solche mit Wärmedämmung beschreibt er nur als Option, und das auch nur im größten Wohnraum mit den großen Fensterflächen. Anders als in seiner Merkmalliste des Hauses angegeben meine ich, dass die Bodenplatte zumindest teilgedämmt sei. Bei Privathäusern seien energetische Sanierungen an der Grundstruktur meist nicht wirtschaftlich sinnvoll machbar. Das ist immerhin mal eine Aussage.

Daraufhin habe erstmal die verwitterten Abschnitte der Holzfenster überlackiert, also ausgebessert. Nur an einem Fenster gibt es geringe tiefer gehende Verwitterungsschäden. Die habe ich aufgefüllt, gehärtet, geschliffen und lackiert. Das sollte fünf Jahre halten. An 5 Fenstern habe ich bisher die Dichtungen gewechselt, da gewisse Schäden vorlagen.

Viele Kleinigkeiten…

Zu den sonstigen Maßnahmen zur Energieeinsparung hat die Verbraucherzentrale eine recht umfangreiche Checkliste entwickelt. Diese habe ich auch ohne Kenntnis derselben schon weitgehend abgearbeitet. Verbesserungspotenzial ist sicherlich immer noch vorhanden. Ich denke an die vielen stillen Stromverbraucher. Die Tiefkühltruhe habe ich bereits abgeschaltet. Wegen der Umwälzpumpe der Fußbodenheizung, die Stromkosten von 210 € pro Jahr verursacht, habe ich mit einem Heizungsfachbetrieb telefoniert. Das schriftliche Angebot steht noch aus. Die Zirkulationspumpe des Warmwasserkreislauf ist schon lange außer Betrieb.

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  1. alrsl

    Gestern war er da, der freundliche Handwerksmeister im Auftrag der Fa. Vaillant. Mit ihm standen globale Heizkostensituation des Hauses und die Inspektion der lokalen Gegebenheiten im Vordergrund. Schnell waren mehrere Fakten klar. Denn wenn man die Bewohnbare und beheizte Gesamtfläche nimmt, gelangt man bei einen Wert von oberhalb von 200 qm. Wenn man dann noch geschätzte 4000 kWh für die Warmwasserbereitung herausnimmt, gelangt man auf 22.000 kWh Energiebedarf pro Jahr. Das ist angesichts der großen Fläche ein mittelmäßiger Index-Wert von 110 kWh pro qm und Jahr. Für das Baujahr und die Ist-Situation gar nicht mal so schlecht. So die Meinung des Handwerkers.
    Im Hinblick auf den gemeinsamen Betrieb von Fußbodenheizung und Normalheizkörpern sah er einen Schwachpunkt in der Installation der Drossel/des Mischers. Das sei eine Billiglösung damals gewesen. Ein Wärmetauscher wäre die perfekte Lösung gewesen.
    Die vorhandenen Räume geben den nötigen Platz für eine Wärmepumpen-Installation samt recht großem Speicher nicht her. Der Dielenschrank müsste abgenommen und die Deckendurchbrüche erweitert werden. Das sieht nicht gut aus für eine Wärmepumpe, da waren wir einer Meinung. Der Inverter könnte notfalls vor dem Arbeitszimmerfenster stehen. Schön wäre das aber nicht. Obwohl es sich nur eine Hybridlösung handelt, würden die Kosten mehr als 25000 € betragen.
    Der Handwerksmeister sieht keine Wirtschaftlichkeit gegeben. Letztlich sind wir uns da ziemlich einig. So ein Aufwand mit Störung der Struktur des Hauses und fehlender Wirtschaftlichkeit kommt nicht infrage.
    Wir beschäftigen uns dann noch eine Weile mit dem Austausch der Umwälzpumpe gegen eine mit Hocheffizienzantrieb und mit dem hydraulischen Abgleich. Das wäre so förderungsfähig, lässt aber die Grundstruktur der Heizungsanlage bestehen.
    Ich warte jetzt mal sein Angebot ab.
    Verschlimmbesserung der Anlage, die ja einigermaßen funktioniert, war nicht mein Ziel. Auch nicht für einen guten Zweck.

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