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Ain’t no sunshine when she’s gone

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Bill Withers schrieb 1971 diesen schönen Song, der bis heute mehr als 350 mal gecovert wurde. Der Song ist Blues in Reinform, und man kann darauf sogar Rumba tanzen! Wie auch die freundliche junge Trainerin des Tanzsportvereines. Sie konnte damit bis in die Weltklasse vordringen.

Die Weltspitze des Tanzens, das ist eine Welt des schönen Scheins, der Selbstdarstellung, der schönen Kleider, der schönen Menschen, des eingefrorenen Lächelns, der Intrige, der Connections, wer mit wem ist wichtig und wer nicht mit wem, das ist vielleicht noch wichtiger. Aber es gibt viele junge Menschen, die dieses alles auf sich nehmen möchten, oder dahin geführt oder gar gedrängt werden. Neben dem Wunsch der meist jungen Leute ist das Eigeninteresse der Eltern, meist der Mütter eminent wichtig dafür. Es gibt im Tanzsport nämlich keine Reichtümer zu holen, jedenfalls nicht für die allermeisten der TänzerInnen.

Turniere sind das Non-Plus-Ultra, und das Ziel ist erreicht, wenn das Paar auf dem Siegertreppchen steht. Die jungen Paare wirkten oft auf mich wie Rennpferde, nur auf Sieg getrimmt, perfekt gestylt, enorm schnell und höchst nervös. Das Ganze ist schon mal wie eine Battle auf höchstem gestalterischem Niveau, wenn die Paare gegeneinander duellieren. Aber unbedingt lächeln dabei!

Der Weg dahin ist oft mehr als steinig, denn harmonisches und visuell ansprechendes Tanzen ist ja von der Natur nicht so vorgesehen. Die unglaubliche, ja fast artistische Beweglichkeit und der entsprechende Körperbau sind nicht jedem gegeben. Man kann schließlich nicht alleine durch genügend Training im Sport Spitzenleistungen erzielen. Ein athletischer Körper gehört schon dazu. Darüber hinaus müssen sehr viele weitere Umstände stimmen. Unterstützung von außen, Förderer, erfolgreiche TrainerInnen, die geeignete Lebensphase, passende PartnerInnen, stabile Finanzen und mehr gehören dazu.

Gut, Turniertanz war für uns nie das Ziel. Aber am Rande etwas davon miterleben, das war schon etwas. Stellen Sie sich den dynamischen und erfolgreichen Dirk Bastert als Trainer der Breitensportmannschaft vor! So viel Spaß für so wenig Geld! Denn der hatte zusätzlich zu seinen Trainerqualifikationen auch noch große Begabungen als Entertainer. Ich weiß, dass ich das nicht öffentlich sagen dürfte. Es könnte sein, dass Dirk uns Oldies in Relation zu seinen jungen erfolgreichen Paaren (den „Rennpferden“) nicht ganz ernst genommen hat. Wie er gerne sagte: „Da war schon viel Gutes dabei!“

Alla Bastert-Tkachenko habe ich genau einmal als Trainerin erlebt und mir gemerkt, als sie laut den Befehl ausgab: „Männer an die Wand!“ Sie meinte damit die Aufstellung vor die Zwischenwand, aber gesagt ist gesagt, ich habe mir das noch genau in Erinnerung! Ihre Qualifikationen sind natürlich über jeden Zweifel erhaben.

Ganz anders gab sich die junge Trainerin Irina Foradt, die neben der Qualifikation „Tanzsporttrainerin“ auch noch ADTV-Tanzlehrerin war. Sie war in der Lage, auch Laien freundlich anzuleiten, und dennoch auch fortgeschrittenen TänzerInnen viel zu bieten, und dies alleine durch die Art sich zu bewegen, wie sie die Füße exakt setzte als Beispiel. Und das in Verbindung mit immer gleichen Gymnastikelementen, mit hohem Wiedererkennungswert auch für Ungeübte, mit heller Stimme: „Mädels, die Gehschritte!“ Gemeint waren absolute Basics, aber doch eine Art Techniktraining für Laien, und das für jeden Tanz einzeln!

Dann gab es natürlich mehrfach Phasen der Unruhe im Verein, mit Machtkämpfen und Intrigen. Man sagt ja nicht ohne Grund: „So ein Verein!“ Mehrere Male in seiner 30-jährigen Geschichte stand der Verein vor dem Zerfall, aber irgendwie ging es immer weiter.

Der letzte langjährige Trainer war Valeriy Schklover, der als gelernter Tanzmeister sämtliche Tänze beherrscht, auch die alten, die russischen, die Volkstanz insgesamt, und zuletzt auch Unterricht im Tango argentino gab. Valeriy ist ein hochbegabter Trainer, der mit seiner sonoren Stimme selbst Gesangseinlagen bieten kann. Leider hat die Breitensportgruppe sich fast aufgelöst, und das Ziel aus den Augen verloren, nämlich mit einer relativ harmonischen Gruppe Wettbewerbe zu tanzen.

Und Christa hat den Verein als Pressebeauftragte und zeitweise auch als Medienwartin über fast 16 Jahre begleitet und mitgestalten dürfen. In dieser Zeit hat sie große Routine entwickelt, perfekte Texte für die Medien zu gestalten, fehlerfrei zu schreiben, Inhalte interessant zu machen, zu werben für Workshops. Die Homepage wurde von ihr mit eigenen Inhalten versorgt und weiter gestaltet. Sogar in Facebook hat sie sich eingearbeitet, und den Pulsschlag des Vereines bis in die Wetteraner Facebook-Gruppen geleitet. Der letzte große Werbeerfolg war die Aktion vor dem Start der Discofoxgruppen im Februar 2020. Ich meine, dass insgesamt deutlich mehr als 25 Paare gewonnen werden konnten, was die Kapazitäten deutlich überschritt. Birgit und Manfred Dinslaken, die erfolgreichen Trainer, wurden schließlich über Christas Connections angeworben. Das wollen wir doch mal festhalten. Leider kam nun Coronavirus dazwischen.

Alles hat im Leben seine Zeit, das gilt auch für solche Aktivitäten. Ein Verein ändert sich, vielleicht sind nun Personen beteiligt, die anders ticken, die meinen, schon zu wissen, wie es läuft. Na gut, in einem gemeinnützigen Verein gegen Widerstand, gegen Intrige oder bewusste Provokation tätig zu sein, ist nicht das, was man braucht, erst recht nicht, wenn man älter wird. Aber 16 Jahre Tätigkeit für den Verein ist schon etwas, auf das sie zufrieden zurückblicken kann. Insgesamt eine gute Zeit! Spannend, mit vielen Highlights!

Der Titel ist, so denke ich, nur eine Momentaufnahme, ein einzelner Blues-Hit in Moll. Die Sonne scheint schon wieder!

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