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Synth1 als VST unter Linux

Eine Herausforderung nicht nur für Nerds!

Die Synthese ist gelungen! Mein nostalgischer Lieblings-Synthesizer Synth1, geschrieben für Windows, ein japanischer Nachbau des berühmten Clavia Nord Lead 2 Red Synth, ist installiert und voll funktionsfähig unter Linux Mint 20. Wer hätte das gedacht! Im Netz habe ich bisher nichts Positives dazu gefunden. Das sei nicht möglich, steht da geschrieben.

Ich hatte nun keine Ruhe, ich musste eine Lösung finden. Hier die Beschreibung meiner Vorgehensweise:

  1. Wine installieren, 32 bit scheint besser zu sein.
  2. Synth1-Ordner in „Downloads“ auspacken
  3. Per Terminal das Konfigurations-Programm für Synth1 mit wine Pfad…\Initsettings.exe starten. Es schreibt eine synth1.ini nach …../.wine/drive_c/users/…./Application Data/Daichi/Synth1/.
  4. Funktionsfähige Installation von Jack mit ‚MIDI über jack‚ erstellen!
  5. Danach im Terminalfenster a2j_control –start eingeben. Nun läuft MIDI über jack.
  6. Installation von Carla (ein universeller Plugin-Host und gleichzeitig funktionale Patchbay) über die Anwendungsverwaltung
  7. Installation der Brücke zwischen den Welten: sudo apt install carla-bridge-win32 im Terminal eingeben.
  8. Über winetricks für den aktuellen Wine-Prefix einige Arial-TTF-Schriftarten installieren, sonst bleibt das Programm-Auswahlfenster von Synth1 weiß und ohne Text, obwohl es anklickbar ist.
  9. Nun innerhalb von carla aus dem integrierten Dateimanager die 32 bit-DLL Synth1.dll per Drag-and-Drop in das Rack von carla ziehen.
  10. Nach einer kurzen Aktionsmeldung ist der Synth1 im Rack eingebaut.
  11. In der Patchbay von Carla einen MIDI-Through-Port oder einen Capture-Anschluss auf den Eingang von Synth1 und dessen Ausgänge auf Playback_1 und _2 ziehen.
  12. Das bekannte senfgelbe Frontend wird im carla-Rack über das Zahnradzeichen aufgerufen. Der Synth1 ist per Schraubenschlüssel zusätzlich mit dem universellen VST-Frontend ansprechbar. Das ist unglaublich! Denn hier könnte man den Synth1 ebenfalls bedienen, wenn auch nicht gerade ergonomisch.

Mein bisheriges Fazit:

Der Synth1 lässt sich nun prima aus OneManBand v12.2 for Windows, mit wine installiert unter Linux, ansprechen, er erscheint auch in der Linux-DAW Ardour. Also liegt eine reguläre Installation des Windows-VST-Plugins vor. Der oben beschriebene komplizierte Installationsweg ist über die Aspekte von Wine und Synth1 hinaus vielfältig einsetzbar. Er gehört einfach zu Linux Audio.

Mein erster Eindruck ist, dass Sound, Latenzen und Einstellmöglichkeiten normal sind. Verzögerungen liegen nicht vor, Aussetzer sind auch nicht zu hören, innerhalb einer Stunde wurden heute keine XRuns protokolliert. Ein Schönheitsfehler ist ein zu großes Hintergrund-Fenster für das Frontend. Macht nichts.

Habe heute mit dem BigTone program BT Theatre b3 eine Stunde lang gegroovt. Effect aus, unison ein, die Zahl der Voices mal auf 6 gedreht. Whow! Da geht die Post ab, da wackelt die Bude. Ein total fetter Sound, der vibriert ohne Ende. Auch hat er ein mächtig breites Klangspektrum, viel breiter als beim Orgelsimulator aeolus mit sämtlichen gezogenen Registern. Das liegt offensichtlich auch an der Unison-Funktion, da die 6 gleichzeitigen Stimmen akustisch aufgefächert sind z. B. in der Phasenlage. Cooles Teil!

Morgen folgt ein Klangbeispiel!

Linux Mint mit OMB Jack Carla Qsynth Synth1

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