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Habanera-Rhythmus

Milonga, Variante des Tango argentino

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Schnelle Füße nötig!

Beim letzten Wintersturm hat sich meine häusliche Tanzfläche auf der Terrasse verabschiedet. Sie war trotz umfangreicher Beschwerung mehrfach eingerissen und musste leider entsorgt werden. Schade! Ich denke, dass sie dennoch ihren Zweck im Lockdown erfüllt hat. Zuletzt war auch zu spüren, dass der Wunsch nach Normalität die Begeisterung für solche improvisierten Tanzflächen und auch das Zoom-Tanzen ausbremste. Das ist verständlich, finde ich.

Folgen des Wintersturms

Bei den letzten Unterrichtseinheiten in der Tanzschule ging es mehrfach um die Milonga. Das ist eine mehr gelaufene, ja ursprüngliche Variante des Tango argentino. Die Musik ist zumeist schneller als sonst, bis 140 Taktschläge pro Minute. Es gibt aber auch ungewöhnlich langsame Musikstücke. Die Schritte werden betont gesetzt, und das am Anfang des jeweiligen Taktschlages! Die Milonga wird meist enger getanzt, nach links ganz leicht geöffnet, im Milonguerostil.

Es gibt Milonga-Musik, die sich wie Volksmusik anhört. Das ist dann auch die ursprüngliche Form. Aber es gibt auch eine Variante, die den Rhythmus der Habanera benutzt. Wir würden sicherlich darauf slow-slow tanzen, slow-quick-quick (on 1) bei den Verdopplungen, also Schritten in doppelter Geschwindigkeit. Das sind zum Beispiel Cortes, seitliche Chasses, Wiegeschritte, schnelle Gehschritte, geschlossene Drehungen. Das sind Basics, die für das Social dancing im Rahmen einer Milonga, also einer Tanzveranstaltung, schon ganz OK sind.

Unsere Tanzlehrer meinen es aber gut mit uns. Nur Grundschritte zu tanzen, das wäre für sie zu wenig. Es muss uns schließlich auch etwas fürs Geld geboten werden. Die folgenden Figuren passen teilweise zur Milonga.

Ins Kreuz schieben:

  • Er geht auf eins mit rechts in leichter Schulterführung rechts außenseitlich auf sie zu.
  • Sie geht dabei mit dem linken Bein zurück.
  • Er schiebt dabei mit dem rechten Oberschenkel ihr rechtes Bein angekreuzt vor das linke.
  • Bei zwei hinterkreuzt er eng mit dem linken Bein, sie kreuzt mit rechtem Bein vor.

Die Figur ist etws schwer zu verstehen, so nur mit Worten beschrieben, ich weiß. Sie soll einen kurzen Überraschungseffekt auslösen.

Variante – Ronde nach Beinkontakt:

  • Außenseitlich geht er um ihr rechtes Bein herum, sie links zurück.
  • Dann zeichnet er mit rechts und sie mit links eine weite Ronde, bis eine überkreuzte Position davor bzw. dahinter besteht.
  • Nun folgt ein rechts seitlicher belasteter Wiegeschritt, er tanzt rechts-rück und sie links-rück.
  • Mit ihrer Ronde klappt es erfahrungsgemäß erst beim zweiten Mal in Folge.

Wenn die Ronde in tiefer Position schön weit getanzt wird, sieht die Figur gut aus. Sie könnte bestimmt auch in der Rumba getanzt werden.

Variante – Sie swivelt nach rechts und zurück, er hinterkreuzt:

  • Beginn ähnlich wie beim Backward-Ocho nach rechts, gekreuztes System.
  • Er geht rechts außenseitlich vor, sie links zurück.
  • Bei seinem Hook mit dem linken Fuß auf zwei dreht sie auf links nach rechts.
  • Auf drei dreht sie mit Fußwechsel auf rechts wieder vor ihn.
  • Das kann man so einige Male fortschreitend in TR wiederholen.

Die Figur sieht recht elegant aus und ist sportlich schnell. Wir kennen ähnliche Bewegungen von den Lateintänzen.

Fußschieber und weitere Spielereien:

  • Einleitung mit Fußwechsel für ihn und einem Backward-Ocho für sie.
  • Er stoppt diesen durch eine Barrida mit rechts zu ihrem linken Fuß.
  • Nun geht er mit links einen deutlichen Schritt knapp an ihr vorbei und nach vorne und rechts.
  • Er nimmt anschließend mit dem Fußrücken ihren unbelasteten linken Fuß nach vorne mit.
  • Sie dreht dadurch zuletzt etwa 90° nach rechts. Das kann man so mehrfach wiederholen.
  • Dann steigt sie nach diversen Verzierungen mit links über sein Bein und dreht weiter, bis sie gegenüber und vor ihm steht.
  • Sie berührt nun mit ihrem rechten Fuß seinen linken auf der Außenseite.
  • Jetzt ist es möglich, dass beide gleichzeitig durch Gewichtsverlagerung einen Fuß- und Positionswechsel von links nach rechts vornehmen.
  • Dabei dürfen beide nicht zu dicht stehen. Er bewegt sich nach rechts, steht dann auf rechts, sie gleichzeitig auch nach rechts und steht dann auch auf rechts.
  • Sie löst die Position auf durch Adornos und Drübersteigen mit links und geht in einem entschlossenen Forward-Ocho links an ihm vorbei.
  • Dem lässt sie einen weiteren dynamischen Forward-Ocho mit rechts und geht damit zurück.
  • Sie dreht anschließend auf rechts weiter, bis sie wieder vor ihm steht.
  • Die ursprüngliche Tanzrichtung ist damit wieder hergestellt.

Diese Folge ist schon recht kompliziert und weniger für den Musikstil Milonga als für den typischen Tango geeignet. Gemeint sind Verzögerungen und ausgekostete Posen dabei. Die Folge ist nichts für einen durchgelaufenen Tanz mit Schritt auf jeden Taktschlag. Ich würde zusätzlich vorschlagen, solche Figurenfolgen nicht fix choreografiert zu tanzen. Man könnte sie eher als Materialsammlung nehmen. Wenn denn mal wieder Partnerwechsel möglich sind, wäre diese Flexibilität schon sehr hilfreich.

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