Neues Verkehrskonzept?
Umweltkonzept

Neues Verkehrskonzept?

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Heim
  • Beitrags-Kommentare:1 Kommentar

Antimobilität als Devise der Zukunft?

Bei jedem Treffen unserer kleinen Rentnergruppe war es das Gleiche. Ich frage Wolfgang nach neuen Ideen zu Verkehrskonzept. Wir beide müssen jedes Mal schon lachen, denn wirklich neue Ideen, hatten wir die denn schon mal? Ein echter Running Gag ist die Sache mit dem Verkehrskonzept allemal!

Aber jetzt hat sich durch Corona und Ruhestand wirklich etwas getan. Zum Donnerwetter, es sieht tatsächlich so aus! Ich habe zum Spaß mal auf die letzte Rechnung des Radwechsels geschaut – darauf steht die wirkliche Überraschung! Denn seit 7 Monaten bin ich lediglich 2400 Kilometer mit dem PKW gefahren. Früher wäre es leicht das Vierfache gewesen. Seit mehr als einem Jahr habe ich nicht einmal im Stau gestanden. Einen Zug oder einen Bus habe ich auch nicht mehr genutzt. Fliegen ist seitdem Tabu für uns. Das Fahrrad habe ich hin und wieder genutzt, aber nur für Touren in der direkten Umgebung. Und das Frühjahr 2021 ist viel zu kalt und sehr nass, E-Biken macht also wenig Spaß. Pfingsten 2021 findet im Dauerregen statt. Wolfgang haben wir auch schon seit mehr als einem halben Jahr nicht mehr gesehen.

Dennoch – wenn das insgesamt kein neues Verkehrskonzept ist! Der ADAC hat in NRW über das gesamte Jahr 2020 eine Halbierung des Stauaufkommens konstatiert. Aber das Leben geht dennoch weiter! Tatsächlich. Wir befinden uns im Vergleich zu früher – zumindest wir persönlich – derzeit in einer Art Antimobilität. Laut ADAC soll sich das Verkehrsaufkommen im Laufe des Jahres 2021 allerdings wieder normalisieren. Wenn man Mitte Mai 2021 die Staunachrichten in NRW verfolgt, scheint das zu stimmen. Wir hatten doch mehr erwartet! Eine Art Umdenken vielleicht? Oder wäre das zu viel erwartet?

Stau NRW 2020 (c) ADAC

Die NOx- und Feinstaubbelastung in den NRW-Städten liegt derzeit konstant und praktisch überall unterhalb der Grenzwerte. Die Leute wandern, sind im Home-Office, schauen ins TV. Oder sie arbeiten am Häuschen, im Garten, räumen auf, entrümpeln, Basteln. Warum wohl gibt es derzeit eine generelle Verknappung von Baumaterialien in Deutschland? Wie ehemals beim Klopapier! Lesen und Schreiben bekommen einen neuen Stellenwert für uns. Selbst Tanzen, unsere bedeutsamste Außenaktivität, findet nur noch virtuell statt.

Sollten diese Erfahrungen Auswirkungen in unsere Zukunft haben? Werden wir alle demnächst zu überzeugten Umweltaktivisten? Mit selbstgestrickten Socken und Birkenstocksandalen. Solche, die nur noch zu Fuß unterwegs sind oder mit dem Rad fahren, die Öffis benutzen, ja überzeugte Bahnfahrer sind? Fliegen nach Mallorca oder gar durch die ganze Welt wie früher? Igittigittigitt!


Ist das obige wirklich realistisch? Eine konsequente Änderung unserer Lebensgewohnheiten im Hinblick auf die Mobilität der Umwelt und damit unseren Mitmenschen zuliebe? Ich glaube das nicht, denn wir Menschen sind von Natur aus bequem, opportunistisch und neigen zum Hedonismus. Die Welt retten wollen – das ist nur wenigen gegeben. Und selbst dem Altruismus derselben wohnt schnell eine persönliche Eitelkeit inne.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. al

    Gestern am 23.5.2021 sind in Wuppertal erstmals wieder viele startende und lande Flugzeuge am Himmel zu sehen und auffällig laut zu hören. Die Einschränkungen des Flugverkehrs durrch Coronavirus bzw. die Pandemie scheinen zu Ende zu gehen.

Schreibe einen Kommentar

* Verwende bitte ein für mich aussagekräftiges Pseudonym und lasse die weiteren Angaben weg! Verzichte bitte auf Links, da Sicherheitseinstellungen den Beitrag dann als Spam einstufen würden. Die IP-Adresse wird automatisch anonymisiert.