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Daniel Benavides from Austin TX CC BY 2.0Podcast Set via Wikimedia Commons

Talkshows und Podcasts

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Ungeliebte Medienformate

Auf allen Medienkanälen sind wir ihnen schon lange ausgesetzt. Selbst die wichtige medizinische Fachzeitschrift NEJM kommt nicht daran vorbei. Die falschen Propheten der Querdenker-Szene setzen sie seit Anfang ihrer sogenannten Bewegung ein.

Ich bin wirklich kein Fan von Podcasts zu ernsthaften Themen, da sie dem Gerede Vorschub leisten. Sie sind Elemente einer Kultur von Blendern und Fake. Die allabendlichen Talkshows machen mich nervös. Das werden doch nur Eitelkeiten befriedigt. Wer am besten ohne Ende quasseln kann, andere respektlos verbal aussticht, das perfekte Outfit hat, super aus der Maske gekommen ist oder sowieso bekannt ist, der ist immer im Vorteil. Für fachlich fundierte Argumente besteht kaum eine Chance. Unsinn, bloße Meinung und echte Wissenschaft werden auf einem Niveau ununterscheidbar präsentiert. Zusätzlich wird häufig der Eindruck vermittelt, als ob sich die großen Probleme der Welt so lösen ließen.

Solange Podcasts gute Comedy sind (Die Von Der Leyens, Laschi und Lauti, Extra 3) ist das ja OK und auch unterhaltsam. Sobald es aber ernsthaft wird, um echte Informationen oder Argumente geht, halte ich diese Formate für eine Zumutung. Der Zuschauer oder -hörer ist praktisch gezwungen, das komplette Format anzusehen/-hören und zu protokollieren, um auf die tatsächlichen Inhalte reagieren zu können. Quellenbezug wird dabei trotzdem kaum möglich sein. Diese Formate stehlen somit letzlich Zeit. Wenn etwas gedruckt ist, kann man nämlich schnell darüberschauen, Inhalt und Quellen sichten, dabei rasch erkennen, ob es sich lohnt, länger damit zu verweilen. Oder der Unterhaltungseffekt reicht einem schon…

Benötigen wir beispielsweise wirklich ein Video-Podcast von Sarah Wagenknecht, in dem sie sich nun tatsächlich für die Impfung ausspricht? Was soll das außer Kopfschütteln bringen? Wer möchte freiwillig ein Querdenker-Video von Sucharit Bhakdi verschriftlichen? Das würde ich doch lieber der Generalstaatsanwaltschaft überlassen. Die kümmern sich darum.


Als Ergänzung für meinen Blogbeitrag möchte ich den Talk Markus Lanz/ Richard David Precht um den 29.10.2021 herum nehmen. Beiden hat die Querdenkerei offensichtlich die Sinne vernebelt. Ich zitiere hier die Transkription/Kommentare bei FR.de. Hier noch als Ergänzung die schöne Kolumne zum Thema TV-Philosophie beim Spiegel! Super!

Wer Zeit und Nerven dazu hat, kann sich das Gelabere der TV-Philosophen Precht und Flaßpöhler gerne in der ZDF Mediathek anschauen.

„Ich weiß, dass ich nichts weiß.“

Sokrates 5. Jh. VUZ


„Ich weiß, dass ich es besser weiß.“

Richard David Precht zugeschrieben 2021


„Si taciusses, philosophus mansisses.“

Boethius zugeschrieben 6. Jh.

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