Ich hätte es kaum für möglich gehalten, nämlich dass sich die CDU klar gegen die AfD und die Vernebelungstaktik im Hinblick auf rechtsradikale Inhalte positionieren könnte. Die CDU spricht Klartext – Abstieg für Deutschland durch die AfD, so formuliert sie. correctiv hatte ja 2023 auf die Problematik Remigration und Deportation in der AfD aufmerksam gemacht, auch auf die Konferenz in Potsdam. Und damit auf eindeutig rechtsextreme Positionen in der AfD. Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD, Bernd Baumann, versuchte nun letzte Woche, empört und lautstark in die CDU-Zentrale vorzudringen und die Partei zu maßregeln. Dort hat er eine aktuelle Broschüre mit dem Titel „Abstieg für Deutschland“ ergriffen, alles sei erlogen. Seine weiteren Aktivitäten scheiterten an der anwesenden Security. Alles habe er im Handyvideo festgehalten.
Ich verlinke hier mal zu correctiv: Rechte Cancel Culture gegen CDU-Broschüre. Dort ist Problem recht detailliert beschrieben, auch mit vielen Quellenangaben.
Hier ist der Link zur Broschüre der CDU „Abstieg für Deutschland“. Trotz der 35 Seiten recht kompakt, finde ich.
Hier ist der Link zu den Argumentationskarten der CDU „Abstieg für Deutschland“. Die taugen vor allem als Materialsammlung.
Ich meine, dass diese Vorgänge beachtet werden sollen. Auch wenn AfD-nahe Medien wie Bild, Welt, NZZ, Cicero und Nius die Normalisierung der AfD betreiben, und damit rechtsextreme Inhalte favorisieren und verharmlosen. Selbst Chefredakteur Axel Richter titelt heute im RGA am Sonntag „Brandmauer ist abgebrannt“. Obwohl ich den Artikel auf Seite 5 in sich widersprüchlich finde. Der Kampf würde erst beginnen, wenn sich die AfD in Regierungsverantwortung befinden würde, so der Schlusssatz. Warum bitte denn nicht schon vorher? Ich denke, Herr Richter möchte sich eine gewisse Kundschaft nicht vergraulen. Und in der Ausgabe am Vortag auf Seite 16 beschreibt er den schamlosen Filz in der AfD Remscheid, der bei anderen Parteien keinesfalls hingenommen würde. Ich denke, die Brandmauer ist wichtiger denn je.
Natürlich ist die Beschäftigung mit Inhalten der AfD schmerzhaft. Das macht auch mir keinen Spaß. Aber geht es darum? Vielleicht ist es ja nötig, ein AfD-Verbotsverfahren wirklich einmal in Gang zu setzen. Auf jeden Fall würde es zu einer Entzauberung beitragen. Wenn demnächst vielleicht in östlichen Bundesländern blau gewählt wird, wird man interessiert beobachten, was dort geschieht. Ich vermute, dass es der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung dort nicht zuträglich sein wird. Möglicherweise werden Jüngere und damit Aktive dem Osten vermehrt den Rücken zuwenden. Es bliebe dann ein überaltertes Gebiet in Deutschland ohne echte Hoffnung auf Besserung, offen für revanchistische Ideen. Wer möchte denn dort leben?
Erstaunlich, denn die CDU spricht Klartext – Abstieg für Deutschland durch die AfD. Dabei ist das Dokument lesbar und mit Quellenangaben versehen. Niemand soll sagen können, er hätte nichts davon gewusst. Wenn die Links nicht mehr funktionieren sollten, schreibt mich an.
