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Wanderung Maria Zill Waldschenke Weinberge

Schöne Rundwanderung ab Bernkastel

Berichtet wird über eine schöne Rundwanderung mit Einkehr ab Bernkastel. Eine gewisse Kondition ist sinnvoll, denn die Moselhänge sind recht steil. Es geht durch das Zentrum von Kues, über die Moselbrücke, durch die Altstadt von Bernkastel mit den vielen Menschen. Ab hier wird es schnell ruhig. Menschen haben wir trotz Wandersaison und akzeptablem Wetter unterwegs nur wenige getroffen.

Start ist am Hotel St. Maximilian in Kues, gehen über die Moselbrücke direkt zum Marktplatz, auf etwa 110 m über NN. Dann geht es in die Römerstraße, von der aus wir nach links in die Kallenfelsstraße. Links liegt der berühmte Weinberg „Bernkasteler Doctor“. Rechts reihen sich alte Häuser am Hang. Bald wird es steil, eine Serpentine folgt. Ab hier sind wir auf einem beständig ansteigenden Pfad entlang oder oberhalb des Kallenfelsbaches.

An einer Brücke biegen wir links ab. Ein geschwungener Waldweg bringt uns beständig bergauf. An einer Kreuzung bieten uns zwei Niederländer, mit dem MTB unterwegs, einen Platz auf der einzigen Bank an. Hier kommt ein kurzer Dialog in Gange. Wie trocken doch der Wald insgesamt ist. Hinter der Bank sehe ich nachher ein Nest von Eichenprozessionsspinnern. Zum Glück ohne lebende Raupen. Schräg gegenüber gehen wir weiter bergauf, bis wir die Hochebene erreichen.

Bald schon erreichen wir die scharfe Abbruchkante zum Moseltal hin, Maria Zill genannt. Hier pfeift der Wind, die Kiefern und Eichen hier sind wie geduckt, doch die Aussicht am höchsten Punkt der Tour mit 410 m über NN ist wirklich perfekt. Toller Blick über die Weinberge, die Mosel und verschiedene Orte. Besucher halten es heute hier wegen des starken Windes nur kurz aus.

In der Schutzhütte rasten wir, dann gehen wir bald den Wanderweg gegenüber weiter, denn es beginnt leicht zu regnen. Bei der Waldschenke „Zur eisernen Weinkarte“ bietet sich eine Pause an. Ein Kaffee kommt genau richtig. Ein junger Wanderer setzt sich auf Einladung zu uns. Mit leichter Verzögerung kommen wir in ein anregendes Gespräch. Er stammt aus Radebeul. Angesichts der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am heutigen Tag ist meine Frage unausweichlich, warum den so viele Menschen eine populistische Partei wählen. Er meint, das seien Protestwähler. Doch wogegen protestieren sie eigentlich? Diese Frage können wir nicht gut beantworten, denn Missstände mit der Infrastruktur, soziale Not oder Armut gibt es auch im Westen, gerade auch in den Ruhrgebietsstädten. Irgendwann hört der Regen wieder auf, wir bezahlen die Rechnung, ich nenne ihm die Adresse meines Blogs und gehen weiter.

Bald geht es wieder bergab, ein aussichtsreicher Weg, vorbei am alten jüdischen Friedhof und durch die Weinberge. Wenn manche der Weinberg einer Versuchsanstalt gehört, so nehmen wir das als Imperativ, wir müssen die Trauben probieren. Der Weg mäandert am Hang bergab, es geht auch an einem speziellen Aussichtspunkt vorbei mit Blick zur Burg Landshut. Bald schon sehen wir das Graacher Tor vor uns. Wir halten uns links, „Hinterm Graben“ heißt die Straße. In der Grabenschänke kehren wir ein zum Abendessen. Obwohl viel weniger Stadtbesucher unterwegs sind, füllt sich das Restaurant mit Gästen.

Danach geht es über die Römerstraße und die Moselstraße vorbei am Karlsbader Platz zur Mosel zurück. Den Weg zum Hotel finden wir wie von selbst. Die Wanderung war intensiver als gedacht. Trotz schmerzendem Fuß konnte ich die 340 Höhenmeter und 9 km Gehstrecke aber gut bewältigen. Es war eine sehr aussichtsreiche Tour, unsere schöne Rundwanderung bei Bernkastel, wirklich lohnend. Und Möglichkeiten der Einkehr gibt es hier auch.

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