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Max Beckmann Public domain, via Wikimedia Commons

Gesundheit, eine Illusion?

Hilft die Glaskugel weiter?

Solange man jung ist, fühlt man sich fit. Der Gedanke an eigene Krankheit kommt gar nicht erst auf. Als junger Arzt hatte ich meist das Gefühl, dass die Krankheit eine Sache der anderen sei, nämlich der Patienten.

Ok, da sind welche dabei, deren Leiden einem nahegeht. In die man sich gut einfühlen kann, die Sympathien erzeugen. Vielleicht, weil sie eigentlich zu jung für ihre Erkrankung sind. Oder zu nett dafür.

Die Krankheiten sind dabei immer ein Teil der eigenen Profession, sie gehören zum Umfeld. Damit verdient schließlich eine Anzahl von Menschen ihren Lebensunterhalt. Es ist somit kein Wunder, dass es bei Krankheiten häufig ums liebe Geld geht.

Was ist aber, wenn man selbst älter wird? Wenn die Krankheit sich schleichend in das eigene Leben einnistet?

Zunächst sind das banale Ereignisse. Oft noch reversibel, auch leicht kompensierbar. Vielleicht stimmt der Cholesterinwert nicht. Es könnte sein, dass der Blutzucker im Grenzbereich liegt. Oder der Blutdruck ist etwas zu hoch. Das Gewicht ist wie immer gering erhöht. Das Sehen wird schlechter und der graue Star erwischt einem. Eine schnelle OP behebt dieses Problem leicht. Die Gleitsichtbrille trägt man schon jahrelang. Man merkt, das Alter kommt, und damit das Risiko.

Die Pumpe, gemeint ist das Herz, könnte stolpern, oder aber in ihrer Leistung leicht eingeschränkt sein. Natürlich hat man selbst hier oder da leichte orthopädische Probleme. Der Rücken, die Hüften, die Knie, die Hände oder die Füße melden sich manchmal. Das Karpaltunnel-Syndrom nervt hin und wieder gehörig wegen der Parästhesien der Hände. Die Achillessehnenruptur war wirklich sehr schmerzhaft über Monate.

Aber dann gab es Erkrankungen in der näheren Familie. Drei meiner Cousins/Cousinen sind schon nicht mehr bei uns. Auch leben drei meiner wichtigen Bezugspersonen schon länger nicht mehr. Das finde ich schade, ich vermisse die zeitweise. Auch aktuell gibt es immer wieder ernsthafte Erkrankungen in der Familie und im persönlichen Umfeld.

Die Einschläge kommen also offensichtlich näher. Sie spiegeln die eigene Endlichkeit wider. Ich denke, dass im höheren Alter das Risiko von Ereignissen dazugehört. Trotz Pillenschlucken, Vorsorgemaßnahmen und gutgemeinten Versuchen, gesund zu leben. Alles vorhersehen oder Risiken völlig vermeiden geht nicht. Leider. Wir leben nicht ewig. Das ist die Erkenntnis.

Da hilft nur, fröhlich weiterzuleben.

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