Leider benötige ich für eine Online-Gruppe einen MS Teams-Client. Und am besten nicht den von Microsoft, obwohl MS selbst auch einen eigenen Client für Linux anbietet. Ich bevorzuge – nachdem ich mich informiert habe – den Unofficial Microsoft Teams Client for Linux, betreut von Ismael Martinez, siehe Github. Der ist über die Anwendungsverwaltung von Linux Mint als Flatpak verfügbar, und in der Version 2.7.12 sogar als „stable“ markiert.
Der Client ist schnell installiert. In typischer Weise wird der Installationsdialog mit Skype-Email und -Kennwort durchlaufen. Dann dauert es etwas länger, was vermutlich der Software-Art geschuldet ist. Es handelt sich hier um eine native Electron-Applikation auf Chromium-Basis, mit ordentlich viel JS, CSS, HTML und mehr Scripting. Die minimalistisch gehaltene Oberfläche von Teams erscheint somit mit kleiner Verzögerung. Ich entscheide mich für die lokale Speicherung der Anmeldedaten. Meine Chats und Kontakte und meinen Avatar sehe ich danach sofort.
Um den Bildschirm auf meinen TV zu spiegeln, installiere ich aus der Anwendungsverwaltung Gnome Network Displays in der Version 0.92.1-2build2. Als Standardsoftware bietet sie Miracast und Chromecast, und sie soll ausgereift sein. In der Tat, sie erkennt meinen (eingeschalteten) TV vom Laptop aus sofort, perfekt, sogar in hoher Auflösung.
Jetzt muss ich nur noch in der Anwendung QPwGraph den Stereo-Sound des Teams-Clients virtuell zu Network Displays leiten. Und tatsächlich, ich erhalte später im Chat eine sehr gute und fehlerfreie Soundqualtität aus meinem TV, keine Echos, keine Verzerrungen.
Ich erinnere mich an meine Erfahrungen mit Jitsi und die Schwierigkeiten die ich damit hatte. Die Video-Conferencing Software Jitsi war wie Teams auch eine Electron-Anwendung, aber aus dem Umfeld von Google. Die Benutzung gestaltete sich diesmal viel einfacher.
Es bleibt festzuhalten, dass unter Linux Mint 22.3 mit Pipewire die Installation und die Verwendung des Unofficial Microsoft Teams Client for Linux sowie der Screencast-Software Gnome Network Displays problemlos funktioniert. Jedenfalls mit meinem Laptop und meinem Anwendungsfall. Die Audio-Qualität ist erstaunlich gut. Das war wieder einmal eine kurze Story aus Nerdistan.
